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Nazialarm

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Stefan
lebendes Inventar ;-)


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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 247
Wohnort: Moorrege / Schleswig-Holstein

BeitragVerfasst am: 12.09.2007, 07:43    Titel: Nazialarm Antworten mit Zitat

So schnell kann´s kommen: Da sagt Eva Hermann sinngemäß, dass die 68er-Generation einfach pauschal alles abgeschafft hat, was im Dritten Reich hochgehalten wurde, auch gute Werte wie Familie, Zusammenhalt und Kinder. Und die Medien machen aus ihr eine Nazi-Bewunderin und sie fliegt. Hätte sie als Vergleich die DDR herangezogen oder das Kaiserreich, wäre ihr nichts passiert. Aber dann hätte es wieder mit den 68er nicht gepasst.

Offenbar ist es in Deutschland bis heute nicht möglich, unsere Vergangenheit differenziert zu betrachten. Natürlich war die Familienpolitik der Nazis zweckgebunden, aber das war sie schon lange davor; auch der König brauchte Soldaten. Und ebenso ist sie es heute, nachdem einige Politiker gemerkt haben, dass uns die Beitragszahler ausgehen.

Es ist eine Tatsache, dass wir viele Werte verloren haben, die meiner Väter- und Großvätergeneration (in Deutschland gern pauschal „die Nazis“ genannt) noch etwas galten: Respekt, Disziplin, Verlässlichkeit, Kameradschaft und solche Tugenden. Dieses Wort sollte man heute auch besser nicht mehr benutzen, wird ja auch gern als germanisch-braunstichig angesehen. Heute sind Dinge wie Pünktlichkeit, Umgangsformen oder Höflichkeit selten geworden. Ich vermisse das. Wahrscheinlich bin ich auch Nazi.

Innenminister Wolfgang Schäuble wollte übrigens ja auch durch die Herabsetzung des Mindestalters die Bewaffnung interessierter Jugendlicher fördern. Auch er wollte ein bisschen zurück zu den Zeiten, als Wehrsport eine hochangesehene Freizeitbeschäftigung war. Er hatte das aber einfach geschickter formuliert und ist in der richtigen Partei. Deswegen darf Schäuble auch bleiben.
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Lettra
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Alter: 40
Anmeldungsdatum: 20.06.2005
Beiträge: 286
Wohnort: Gescher/Münsterland

BeitragVerfasst am: 12.09.2007, 10:56    Titel: Antworten mit Zitat

Oh. Stefan, du sprichst mir aus der Seele!
Ich fand diese Aktion ziemlich übertrieben, vor allem nachdem ich den ungefähren Wortlaut mitbekommen habe, der zu diesem Aufruhr geführt hat.
Wenn ich das richtig verstanden habe, ist Eva Hermann mit ihren Ansichten eh schon in eine bestimmte Ecke gestellt worden - nicht unbedingt dahin, wohin man sie jetzt verfrachtet hat, aber immerhin waren ihre Ansichten anscheinend nicht so "populär". Jetzt hat man halt endlich den Aufhänger gefunden, um ihr so richtig einen zu verpassen.

Früher war zwar nicht alles besser, aber auch nicht alles schlechter als heute. Beispielsweise (und ich glaube, das war auch eine der ungeliebten Meinungen der Frau Hermann, oder?) die Rollenverteilung - und jetzt mach ich mich auch gleich wieder unbeliebt, vermute ich - war nicht unbedingt schlecht. Die Gleichberechtigung hat nunmal schlichte biologische Grenzen, die man nicht wegemanzipieren kann und es scheint noch immer gerne zu Missverständnissen zu führen, wenn man sich darauf beruft. Wenn ich jetzt auch noch behaupte, dass ein Teil der hohen Arbeitslosigkeit damit zusammenhängen könnte, dass die Frauen auf den Arbeitsmarkt gedrängt sind, krieg ich sicher eins über den virtuellen Schädel. Wink
Ich will ja nicht sagen, dass alle Weibchen sich wieder an den Herd und zu den Kindern zurückziehen und den Männchen das Geld verdienen überlassen sollen. Es ist m. E. halt nur so, dass jeder bezahlte Arbeit haben will - und wir sind ja soweit, dass auch die Erziehungsarbeit entlohnt wird - aber keiner macht sich mal 'nen Kopf darüber, dass es immer weniger dieser bezahlten Arbeit geben wird. Die Pflege der Eltern wird nicht oder kaum bezahlt, also tut es keiner mehr, Hausfrau/mann sein, wenn der Partner eine bezahlte Arbeit hat, will kaum jemand, als sein es keine Arbeit, wenn man eine Wohnung ins Schuss hält, kocht, Wäsche und andere "Kleinigkeiten" für zwei Personen erledigt.

Aber warum wundern, wenn noch immer die Vollbeschäftigung von Männchen UND Weibchen als Ziel anvisiert wird, wenn der jährliche Urlaub, das eigene Haus, in einem Wort: Luxus die Triebfeder des Lebens ist. Die Medien sagen uns doch schließlich, was uns wichtig sein soll und der Rest ist "Brot und Spiele" (wobei gerade "Brot und Spiele" mir wie eine Gehirnwäsche für die Massen erscheinen und es wird immer mehr).
Die Werte, die du ansprichst, Stefan, werden doch nirgendwo mehr gelehrt geschweigedenn gelebt. Wie sollen Kinder sie dann kennen lernen? Unsere Werte sind "Haben wollen" und wenn es sein muss auf Kosten anderer Menschen, Egoismus, Selbstverwirklichung und die irrsinniger Weise um jeden Preis. Sogar um den Preis, dass Eltern und Kinder eine Wochenendbeziehung führen ... Es gibt den Begriff Patchworkfamilie, vielleicht wird es Zeit, auch die Wochenendfamilie beim Namen zu nennen, denn erst wenn etwas benannt ist, existiert es auch, oder? Twisted Evil

Spaßigerweise sind alle von dir aufgezählten Tugenden genau das Gegenteil, eben nicht egoistischer Natur. Aber wie soll man sein Ego auch nur mal zeitweise beiseite schieben können, wenn einem täglich vorgekaut wird, dass man nur mit stabilen Ellebogen in dieser Gesellschaft bestehen kann?

Wenn man aber mal genau hinguckt und sich vielleicht auch mal mit Jugendlichen unterhält, warum sie nach rechts tendieren und sich entsprechenden Gruppen anschließen, wird man hören, dass sie diese alten Werte wieder haben wollen und in ihrem Umfeld sonst nicht finden. Denen ist die Idiologie dahinter gar nicht so wichtig, es geht den meisten dabei eher um diese Werte, die sie in Schule und Familie nicht mehr finden. Okay, das mag nicht für alle gelten, aber ich spreche hier von Leuten, die ich mal kannte und ich vermute einfach, wenn es eine Truppe von etwa 20 Leute in einem kleinen Ort gibt, die so denken, dass das durchaus auf andere Jugendgruppen übertragbar ist.

Uhi, hab ich mich in Rage getippt? *ups* Ich hab aber auch echt ein Problem, weil ich mir über solche Sachen gerne viele Gedanken mache und versuche, in alle Richtungen zu denken, dass ich mich nicht kurz fassen kann. Smile

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Liebe Grüße
Ruth
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Eva
lebendes Inventar ;-)


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Anmeldungsdatum: 04.07.2005
Beiträge: 586
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 12.09.2007, 13:40    Titel: Antworten mit Zitat

Eva Hermann ist momentan nicht dort, wo sie gerne wäre. Ich muss allerdings sagen, dass sie sich für einen Fernsehprofi extrem "ungeschickt" angestellt hat. Was mich nervt ist, dass diese Frau doch längst ihre Schäfchen im trockenen hat. Sie kann es sich leisten zuhause zu bleiben, während andere Familien auf das 2.Einkommen der Frau angewiesen sind. Und man kann Tugenden leicht hochhalten, wenn man in der Vergangenheit selbst bereits alle erdenklichen Fehltritte hinter sich gebracht hat.
An mir selbst merke ich, dass ich mit dem fortschreitendem Alter und der Lebenserfahrung wieder zurückkehre zu alten Werten. Bei ihr klingt das aber so, als habe sie gerade das Rad neu erfunden. Und sorry, aber das neue Buch ist doch sicherlich der reinste Abklatsch - schnell noch ein Buch hinterher. Da geht es um knallharte Kalkulation. Oft sind die Autoren verpflichtet innerhalb eine halben Jahres noch schnell das nächste Buch hinterherzuschießen. Leider mit Fragen, die die Welt nicht braucht.

Die Story mit dem Mutterkreuz hätte sie dann doch lieber lassen sollen. Die Auszeichnung in Frankreich ist sicherlich nicht mit dem Mutterkreuz des 3.Reiches zu vergleichen. Als Profi muss sie wissen, wie empfindlich solche Themen sind.
Klar hat H. auch einige gute Sachen vollbracht. Er hat z.B. Autobahnen gebaut. Das will aber keiner hören - ich eingeschlossen.

Klar stimmt auch, dass etwas in unseren Familien nicht mehr stimmt. Es kann nicht sein, dass es demnächst Kinderkrippen gibt, damit die Eltern beide Tag und Nacht arbeiten können. Womöglich noch um dieselbe dann auch bezahlen zu können. Da sollte die Politik etwas für die Familie tun. Z.B auch nicht alle möglichen Jugendeinrichtingen schließen, weil dafür ist ja kein Geld mehr da! Und: es stimmt etwas nicht in unserer "Leistungsgesellschaft". Schneller, besser, ertragreicher. Daran scheitern schon Grundschüler.

Nur: bitte bitte dazu nicht Werte aus H`s Zeiten heraufbeschwören! sonst heißt es später : "die Geister, die ich rief".

In diesem Sinne grüßt euch
Eva

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Stefan
lebendes Inventar ;-)


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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 247
Wohnort: Moorrege / Schleswig-Holstein

BeitragVerfasst am: 12.09.2007, 16:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kenne weder Eva Hermann noch ihre Bücher. Aber das muss ich auch gar nicht, denn ich sehe das Übel ganz woanders. Wir lenken uns nur gern ab, Eva, indem wir die Geister zwischen ´33 und ´45 überall lauern sehen, aber blind sind für die Geister des 21. Jahrhunderts, die politisch und gesellschaftlich schöngeredet und akzeptiert werden.

Denn einmal geht es um das ziemlich hohe Gut der Meinungsfreiheit. Was Falsches gesagt – zack, ist der Job weg. Würde ich mit der gleichen Einstellung wie der NDR an dessen Reaktion gehen, könnte ich darin schließlich auch alte „Werte“ wie Zensur und Gleichschaltung wiedererkennen, die ich nicht gerade vermisse.

Zweitens geht es um die durch eine vielleicht ungeschickte Formulierung ausgelöste Medienhetze gegen einen Menschen, der offenbar politisch unkorrekte Meinungen äußert. Auch das erinnert etwas an Volksaufklärung und Propaganda und ich halte es für weitaus schlimmer als Frau Hermans Aussage.

In der Sache, Ruth, sind wir völlig einer Meinung. Wenn die Familie als kleinste Ordnungszelle in einer Gesellschaft ihre Funktion nicht mehr erfüllt, kollabiert die Gesellschaft. Wer die Erziehung seiner Kinder in fremde Hände gibt (oder aus rein wirtschaftlichen Zwängen geben muss), hat m.E. einen irreversiblen Fehler gemacht. Krippen, Tagesmütter, Erzieher, Lehrer – all die können niemals die Möglichkeiten einer Familie ersetzen. Wir brauchen nicht Krippen und Kindergartenplätze, sondern Voraussetzungen, dass Eltern (heißt im Zweifel wohl Mütter) sich wieder selbst um ihren Nachwuchs kümmern können. Gruppen wie Kindergärten sind natürlich auch wichtig, aber nur als Ergänzung, um Sozialverhalten unter Gleichaltrigen zu lernen.

Ich bin seit 5 Jahren im Schulelternbeirat unserer Grundschule. Du kannst in einer Klasse wunderbar sehen, wessen Eltern sich um ihre Kinder kümmern und wessen nicht. Sozialverhalten, Leistung und damit die Zukunft, alles hängt davon ab. Und mit Kümmern meine ich auch Werte vermitteln und Grenzen setzen. Nicht ihnen jeden Wunsch erfüllen, jedes Hindernis beseitigen oder sie für jede Hilfe bezahlen.

Bei uns sind manchmal Kinder zu Besuch, die haben Erwachsenen gegenüber einen Ton am Leib, der mich einfach stört. Respektlos, patzig, hören auf nix. Die musst du am Kragen packen und zusammenfalten, damit sie aus deinem Wäscheschrank kommen. Und dass ich als Hausherr solche brutalen Maßnahmen gegenüber Kindern nicht mehr nutzen darf, dafür hat ja das Strafgesetzbuch längst gesorgt. Neulich auf dem Geburtstag lief bei uns im Wohnzimmer einer über Tisch und Sofa. „Aber bitte sofort da runter! Das macht ihr doch zu Hause auch nicht, oder?“ Ein völlig verständnisloses „Doch!“ war die Antwort. Wir brauchen nicht auf islamistische Terroristen zu warten. Wenn Kinder täglich 5 Stunden auf sich allein gestellt sind, wird jedes Kinderzimmer irgendwann zum Trainingscamp.

Was wir an radikalen und gewalttätigen Strömungen im Land haben, ist hausgemacht und liegt weitgehend im Verantwortungsbereich der Eltern. Der Staat ist lediglich aufgerufen, die Rahmenbedingungen für Familienerziehung zu schaffen.

Bei der Kampagne gegen Frau Herman geht es nicht um die Nazis. Es geht darum, sie mundtot zu machen, weil unsere Gesellschaft meint, nach zigtausend Jahren mit einem Mal Geschlechterrollen überwunden zu haben. Aber es gibt nun mal von der Natur geschaffene Dinge, die dienen schlicht dem Überleben einer Spezies. Ich glaube jedenfalls nicht, dass wir Europäer einen Meteoriten brauchen, um auszusterben. Siehe deine „Krone der Schöpfung“, hinter der übrigens noch ein D fehlt. Wir steuern die Evolution ganz allein durch unser Verhalten. Aber wir sind ja auch viel intelligenter als die Dinos.
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Lettra
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BeitragVerfasst am: 12.09.2007, 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Danke. Stefan, hab das "d" eingefügt - immer diese Flüchtigkeitsfehler. *tztztz* Wink

@ Eva
Zitat:
...hat z.B. Autobahnen gebaut. Das will aber keiner hören - ich eingeschlossen.

Doch, ich will sowas hören. Nicht etwa, weil ich die Vergangenheit beschönigen, verwischen, verdrehen oder sonstwas will, sondern weil ich a) mir eine Meinung aufgrund möglichst aller oder wenigstens vieler Informationen selber bilden will und b) eine ganz private Erfahrung genau damit habe. Mir wurde in der Schule der "Dämon in Menschengestalt" gezeigt, das Böse, ein Teufel und seine Anhönger und die - im besten Fall - dumme oder unwissende Bevölkerung, die das alles mitgemacht hat. Mir wurde beigebracht, dass so ziemlich alles, was damals passiert ist, unmenschlich war, auf bösartiger Idiologier aufbaute. Dann kam eine alte Nachbarin auf mich zu und erzählte mir, dass damals Autobahnen gebaut wurden, auf denen wir heute noch hocherfreut rumfahren, dass der Muttertag erfunden wurde und dass eben nicht alles schlecht war. Sie hat diese Zeit als Jungendliche erlebt und wusste für meine damals jugendlichen Ohren ganz unglaubliches zu berichten. Dummerweise habe ich das getan, was man heute (siehe das Thema, was Stefan aufgebracht hat) noch immer tut. Ich hab die arme Frau verteufelt, dachte, die kann entweder nicht ganz dicht sein oder sie muss die gesamten Ansichten der damaligen Zeit für richtig halten.

Mal ganz abgesehen davon, dass man bedenken muss, dass die sogenannte Propaganda als wissenschaftliche Tatsachen in aller Welt veröffentlicht wurden. Es waren wissenschaftliche Erkenntnisse, an die die Leute gegeglaubt haben, so wie schon früher, als die Erde noch wissenschaftlich beweisbar eine Scheibe war und heutzutage, wo wir uns sicher sind, dass wir von der Evolution begünstigt und intelligenter sind als andere Tiere auf diesem Planten. Also, sollten wir vielleicht auch nicht allzu vorschnell darüber urteilen, was frühere Generationen glaubten oder gar zu wissen glaubten.

Für mich ist das Fazit eines solchen Ereignisses wie diesem mit Eva Hermann, dass man sich mit einem Urteil über egal was oder wen ganz schön vorsichtig sein muss. Was zeigt das denn, was da passiert ist? Dass ich, wenn ich irgendwo meine Meinung sage, damit rechnen muss, gefeuert zu werden? Ich denke, das ist eine Konsequenz, mit der man als Normalbürger sowieso leben muss und ich habe diese Konsequenz schon mehr als einmal zu spüren bekommen. Der "öffentliche" Bürger muss sogar mit öffentlicher Abstrafung rechnen. Soviel zur Meinungsfreiheit.

Ist es nicht traurig, wenn man meint, so denken zu müssen, wie "unsere" Eva es schildert: Dass man sich ernsthaft überleben muss, ob man es sich "leisten kann", seine Meinung zu äußern und eventuell die Konsequenz "zuhause zu bleiben" tragen kann?

Mal abgesehen davon, dass eine Frau Hermann es sich wahrscheinlich wirklich eher leisten kann, diese Konsequenz zu tragen, finde ich es schlimm genug, dass sie ihre Sachen packen muss, während ein gewisser amerikanischer Schauspieler einen Film über eine deutsche (Helden-)Geschichte in Berlin dreht. Da schreitet keiner ein, obwohl diese Person in meinen Augen wesentlich gefährlicher ist.

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Liebe Grüße
Ruth
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BeitragVerfasst am: 13.09.2007, 11:12    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Klar hat H. auch einige gute Sachen vollbracht. Er hat z.B. Autobahnen gebaut. Das will aber keiner hören - ich eingeschlossen.


Vielleicht solltet Ihr Euch mal Gedanken machen, warum Hitler so "gute Dinge" vollbracht hat? Wer konnte denn damals die Autobahnen nutzen? Bzw. wer hat sie genutzt?

Ach, was war das damals doch für eine schöne Zeit!aua

Zitat:
Nur: bitte bitte dazu nicht Werte aus H`s Zeiten heraufbeschwören! sonst heißt es später : "die Geister, die ich rief".


Nicht bitte, NIE WIEDER!

Fragt die letzten noch lebenden KZ Häftlinge und überlegt, gab es da wirklich etwas gutes?

In diesem Sinne ist Saddam auch ein Guter gewesen, zumindest teilweise.
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Stefan
lebendes Inventar ;-)


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BeitragVerfasst am: 13.09.2007, 16:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube, unser deutsches Problem ist, dass wir über gewisse Themen nicht einmal diskutieren dürfen. Es gibt dazu feste Pauschalergebnisse und Meinungen, die man zu vertreten hat, und damit ist dann auch gut. Es gibt nichts zu diskutieren, ist doch alles längst geklärt, basta.

Betrachtet man mal differenziert ein Detail (wie z.B. jene familiären Werte) und sagt, „aber diese Werte an sich waren doch nicht schlecht“, dann bekommt man gleich die KZs vor die Füße geworfen.

Mit genau dieser Methode verhindert man seit Jahrzehnten erfolgreich eine Aufarbeitung, die auch wirklich ins Bewusstsein dringt, vor allem bei den jüngeren Generationen. Und begünstigt durch das Servieren amtlich vorverdauter Meinungen die Entstehung von radikalem Gedankengut. Wir müssen uns doch nicht wundern, dass Jugendliche, denen man bei jeder Gelegenheit immer wieder die deutsche Erblast ihrer Opas vorhält, irgendwann anfällig für "Alternativen" werden!
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Lettra
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BeitragVerfasst am: 13.09.2007, 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
... das Servieren amtlich vorverdauter Meinungen ...
und das befolgen der von den Medien vorgekauten Ansichen ist doch so schön einfach. Da kann man sich doch mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens nehmen, wie diese klugen Unterhaltungsprogramme. Wink

Schade, dass viele Leute scheinbar trotz moderner Technik innerlich immer noch schwarz-weiß sehen und Graustufen und Farben ignorieren.

Übrigens, lieber Gast, es wäre schon höflich, sich wenigstens mit irgendeinem Namen vorzustellen. Oder ist diese Höflichkeit an sich nicht angemessen, weil diese Tugend aus unerwünschter und am besten totgeschwiegender Epoche stammt? Twisted Evil

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Liebe Grüße
Ruth
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Minotaurus
Gast







BeitragVerfasst am: 13.09.2007, 21:01    Titel: Antworten mit Zitat

Stefan hat Folgendes geschrieben:
Heute sind Dinge wie Pünktlichkeit, Umgangsformen oder Höflichkeit selten geworden. Ich vermisse das. Wahrscheinlich bin ich auch Nazi.


Hmmm, wenn das die Kriterien sind, so bin ich vermutlich ebenfalls ein Nazi. Rolling Eyes Au weia!

Eva hat Folgendes geschrieben:
Klar hat H. auch einige gute Sachen vollbracht. Er hat z.B. Autobahnen gebaut. Das will aber keiner hören - ich eingeschlossen.


Alles Quatsch! Die Autobahnen hat Bruno Ganz gebaut. Jeder jugendliche Kinobesucher wird Dir das bestätigen können. Einen gewissen "H" hat es nie gegeben, das ist nur eine Erfindung von Guido Knopp und der Medien. Falls doch, so war er bestenfalls ein zittriger, alter Mann, der Hunde liebte und Vegetarier war.

Das Problem sehe ich in ähnlicher Weise wie Eva, Ruth und Stefan. Je nachdem, wie wir aufgewachsen sind und von welchen Lehrern wir unterrichtet wurden, hat sich unser Weltbild und somit auch unser Selbstverständnis geprägt. Auch unser Alter spielt dabei eine ziemlich große Rolle.
In meiner Schulzeit gab es noch sehr viele, ehemalige Nazilehrer, die natürlich auf ihre Weise "Vergangenheitsbewältigung" betrieben, indem sie die Verbrechen (oder auch nur die Irrtümer) ihrer Generation beschönigten, bzw. totschwiegen. Von einem Holocaust war nichts zu hören und Hitler war doch gar nicht so schlimm. Schließlich hat er doch die Autobahnen gebaut (damals wußte man noch nichts von Bruno Ganz). Wink

Glücklicherweise hatte ich ein sehr liberales Elternhaus und einen Nazihasser als Großvater, so daß ich für diese Thesen nicht sonderlich empfänglich war und Autobahnen waren mir damals relativ wurscht.
Nur wenige Jahre später sah es bereits völlig anders aus, als die "alten Knochen" aus dem aktiven Schuldienst entfernt wurden und die ersten Referendare der 68er Generation in den Schuldienst nachrückten. Ein neues Weltbild der "kollektiven Schuld des Deutschen Volkes" war plötzlich entstanden und bei jeder Äußerung bezüglich unserer Geschichte klopfte man sich dreimal an die Brust und murmelte: "mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa."
Damit war ich allerdings ebenfalls überfordert, denn eine "Kollektivschuld" konnte ich – abgesehen von einer kleinen Begebenheit in Jugoslawien – nie verspüren. Meiner Meinung nach wäre es viel wichtiger, solche Entwicklungen im Ansatz zu verhindern, indem man sich mit diesem Thema kritisch und differenziert auseinandersetzt.
Wir Deutsche können das aber nicht. Für uns gibt es nur Schwarz oder Weiß, Links oder Rechts, Hell oder Dunkel. Mein Gott, sind wir denn wirklich alle so blöd?
Die treffende Bemerkung unseres "Gastes" zu diesem Thema zeigt es sehr deutlich.
Zumindest aber scheint es dem heutigen Zeitgeist zu entsprechen, nur ja keine kritischen Äußerungen z.B. über alliierte Kriegsverbrechen (Operation Gomorrha http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Gomorrha, Dresden, Hiroshima, Korea, etc.) oder die israelische Besatzungspolitik zu machen oder gar die internationalen Verflechtungen des Judentums (etwa in den Medien) mal etwas näher in Augenschein zu nehmen.
Nur ein kurzer Blick in diese Richtung und du bist sofort der häßliche Deutsche. Ja, mehr noch: Ein NAZI!
Gerade Stefan weiß sehr gut, daß sogar vermeintlich "erwachsene" Leute oft ziemlich eigenartig darauf reagieren. Wir hatten dieses Thema bereits bei uns auf KUNST-WERK und der Ausgang ist bestens bekannt. Hier der Link: http://www.razyboard.com/system/morethread-diskriminierung-kunst_werk-1345919-4159748-0.html

Noch schlimmer ist es natürlich, wenn eine Person des öffentlichen Lebens oder gar ein Politiker einen solchen Blick riskiert. Eine öffentliche Hinrichtung und Verbrennung ist das Mindeste, was ihm dafür blüht. Nicht nur der lächerliche Verlust des Arbeitsplatzes, des Mandates oder ein Berufsverbot.
Wen würde es wundern, wenn die Krawallbrüder der rechten (und der linken) Szene gerade wegen dieser unzureichenden Auseinandersetzung mit unserer Geschichte so großen Zulauf bekommen.
Eine wirkliche Aufarbeitung hat nie stattgefunden und Filme über deutsche Geschichte werden nahezu ausschließlich von ausländischen Regisseuren in Hollywood produziert. Alleine die - von der Öffentlichkeit fast unbemerkte - Umbenennung des bezeichnenden Begriffes "Holocaust" in das moderne "Shoa" sollte uns zu denken geben.

Soviel zum Thema "Meinungsfreiheit" in unserer Bunten Republik, der wiedervereinigten BRDDR Täuschland. Ohne dabei im Einzelnen auf unseren Reichspropagandaminister "IM Zweirad" eingehen zu wollen.
Ob er "geschickt formuliert", wie Stefan meinte, würde ich eher bezweifeln, aber zumindest ist er als Minenspürhund in der richtigen Partei.
Aber ich glaube, ich schweife ab, entschuldigt bitte diese gedankliche Abweichung vom eigentlichen Thema.

Stefan hat Folgendes geschrieben:
Wir brauchen nicht auf islamistische Terroristen zu warten. Wenn Kinder täglich 5 Stunden auf sich allein gestellt sind, wird jedes Kinderzimmer irgendwann zum Trainingscamp.
Wir steuern die Evolution ganz allein durch unser Verhalten. Aber wir sind ja auch viel intelligenter als die Dinos.


Diese Aussage ist an Wahrheitsgehalt kaum zu übertreffen, aber sag das mal den Müttern oder – noch besser – den Vätern dieser Kinder. Du wirst Dich vermutlich wundern über die intelligenten Antworten! Wink

Ganz gespannte Grüße vom Mino. Shocked


________________________________

Worte, Worte, nichts als Worte!
Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki)
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BeitragVerfasst am: 14.09.2007, 08:06    Titel: Antworten mit Zitat

Stefan schrieb:
Wir brauchen nicht auf islamistische Terroristen zu warten. Wenn Kinder täglich 5 Stunden auf sich allein gestellt sind, wird jedes Kinderzimmer irgendwann zum Trainingscamp.

Genau hier will ich mal einhaken und ein paar Gedanken aus einem ganz anderen Blickwinkel einstreuen:

Ein Grundproblem unserer Gesellschaft ist, dass "wir" die Verantwortung für nachwachsende Generationen auf Erziehungsberechtigte abwälzen.
Klar haben Eltern die Haupt-Verantwortung, dass aus ihren Kindern gesunde, sozial kompetente Erwachsene werden.
Aber genau das können viele nicht mehr leisten. Nicht nur die "anti-autoritär" von der 68-Generation Erzogenen sind teilweise unfähig, ihrem eigenen Nachwuchs "Werte", Geborgenheit und Sicherheit zu vermitteln: Nehmen wir nur mal die Familien aus sozialen Brennpunkten, die ein Kind nach dem nächsten in die Welt setzen, ihr Leben qualmend und oft verbunden mit Alkoholproblemen tagein, tagaus vor Fernsehern verdösen, deren Kinder nichts anderes vorgelebt bekommen, als Langeweile, Suff und Schlimmeres.
Statt Mittagessen, Weißmehltoast mit irgendwas, statt Bewegung Glotzofon, statt geistiger Anregung Computerdaddelei und seelische Vereinsamung.

Ihr sprecht von dem berufstätigen gut verdienenden Klientel, das seine Kinder von einer Beschäftigungsmaßnahme zur nächsten karrt, sich aufwändige Urlaube, vollgestopfte Kinderzimmer, Designerklamotten und tolle Autos gönnt - aber es gibt auch die Eltern, die sich nur mit zwei schmalen Verdiensten ein einigermaßen ausreichendes Einkommen sichern können. Und deren Kinder bleiben auf der Strecke - genau wie diejenigen, deren Elten versumpfen.

Suppenküchen für arme Kinder sind vielleicht eine Maßnahme - in manchen Städten ist auch eine sozial kompetente Betreuung angegliedert. Aber das ist meines Erachtens der falsche Weg. Es werden längst nicht alle, die es nötig haben, erreicht
Unser Staat sollte sein Augenmerkt auf diese sozial verwarlosten, schützens- und förderungswerten Kinder legen, da schließe ich Migranten-Kinder ausdrücklich ein!
Denn für diese Kleinen wären Krippen, Horte (mit Ganztagsbetreuung und kostenloser (!) Verpflegung, Ganztagsschulen mit ebenfalls kostenloser Verflegung und kostenlose Sprach- und Hausaufgabenförderung der richtige Weg, um ihnen den Weg in ein gutes Leben zu ebnen.
Eltern ein Erziehungsgeld zu zahlen, wenn sie einen Krippenplatz nicht beanspruchen ist kontraproduktiv und stützt leider auch diejenigen, die schon das normale Kindergeld anderweitig ausgeben, anstatt die Kinder aus ihrem sozialen Umfeld rauszuholen.

Und so lange, wie die nachwachsende Generation aus sozial schwachen (oder auch drastischer, aus verkommenen Lebensgemeinschaften) keine Chance haben, im normalen Schulalltag sozial inegriert zu werden (kostenlose Schulmaterialien bis hin zur Grundausstattung), werden fast alle diese Kinder keine Möglichkeiten haben, dem Teufelskreis ihres Elternhauses zu entkommen. Die nächste "Sozialhilfegeneration" ist vorprogrammiert. Und da die Schere zwischen armen und reichen Menschen immer mehr auseinanderdriftet, werden Beschaffungskriminalität, Drogenkonsum und andere Delikte in Zukunft einen wesentlich größeren Raum einnehmen, als wir es uns heute vorstellen können.
Es macht mich wütend und traurig, wenn ich Kinder in meinem Umfeld sehe, die morgens mit Plastiktüten zur Schule gehen, anstatt mit Ranzen, die sich beim Bäcker ein paar trockene Brötchen kaufen, oder eine Tüte Süßes, anstatt altersgemäß gesund ernährt zu werden.
Selbst die Lehrmittelfreiheit wurde abgeschafft - eine feine Sparmaßnahme!
Sprachförderung in Kindergärten? Auf ein Minimum reduziert - auch das spart!
Kostenlose Studienplätze für alle? Ganz im Gegenteil: Studiengebühren sind der heutige Weg. Und wenn die Studenten nebenher arbeiten müssen und ihr Pensum in der vorgegebenen Zeit deshalb nicht schaffen, werden sie dafür auch noch abgewatscht.
Und dann schreien Wirtschaftsverbände nach ausgebildetem Fachpersonal und Gesetzesänderungen, und Gesetzesmaßnahmen, um eben dieses aus anderen Ländern zu rekrutieren.

Ein guter Freund von mir arbeitet als Deutschlehrer in Schweden. Was er mir von dem dortigen Krippen-, Kindergarten- und Schulsystem berichtet, ist absolut lobenswert und sollte auch hier Standart werden. Das Land hat es geschafft, allen Kindern eine gute Perspektive zu bieten. Gerade für Kinder aus "sozial schwachen" Familien ist eine Ganztagsbetreuung Pflicht und die einzige Möglichkeit, sie aus dem Milieu herauszuholen.
Wohgemerkt: Ich finde auch, dass eine "Mutter" ihr Kind in den ersten Jahren nicht abgeben sollte, wenn Wille und die Liebe zur "Aufzucht" vorhanden sind, um es mal schlicht zu formulieren. Euren Argumenten schließe ich mich vorbehaltlos an. Denn das ist der beste Weg, um den Kleinen Beständigkeit und Kompetenz in sozialen Beziehungen mit auf den Weg zu geben. Aber da dies bei vielen Familien nicht mehr gewährleistet ist und die Kinder seelisch, geistig und körperlich verarmen, gehört es in die Hände des Staates, Möglichkeiten zu schaffen, diese Kleinen im gewissen Maß vor ihren Eltern zu "schützen" und die Förderung zu übernehmen! Und damit meine ich ausdrücklich nicht die Systeme der politischen "Schulung" in sozialistischen Staaten, sondern mache das am Beispiel Schweden fest!!!

Müssen Unsummen in Projekte anderer Staaten gesteckt werden? Sollte nicht erst im eigenen Land Förderungswertes in Gang gebracht werden? Sind unsere Kinder nicht unser wichtigstes Gut?

Mein Maßnahmenkatalog sähe folgendermaßen aus:
Kostenlose Ganztagskrippen- und Kitaplätze mit Sprachförderung und Verpflegung für alle Kinder.
Kostenlose Ganztagsschulen mit musischer Grundausbildung, Lehrmittelfreiheit und Verpflegung für alle.
Flächendeckend aufgebautes Netz von Sozialarbeitern und Familienbetreuung, wo es nötig ist.

Gern wäre ich bereit, dafür mehr Steuern zu zahlen! Und ich nehme an, dass sich dadurch auch der Zulauf zu "rechtem" Gesindel vermindern würde.
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Stefan
lebendes Inventar ;-)


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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 247
Wohnort: Moorrege / Schleswig-Holstein

BeitragVerfasst am: 14.09.2007, 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ein schöner Beitrag, dem ich viel abgewinnen kann. Sicher muss man nach sozialen Verhältnisse differenzieren. Familienerziehung bringt natürlich nur dann ein wünschenswertes Ergebnis, wenn in der Familie Werte gelebt werden.

Jedoch scheinen mir reine staatlichen Maßnahmen, die auf Fremderziehung usw. abzielen, auch nicht die Lösung. Damit würde man zwar sicher den Kindern, die zu Hause ohnehin keine Erziehung genießen, eine ermöglichen. Im Gegenzug würde aber garantiert die Aufzuchtmotivation der anderen weiter deutlich sinken, wenn man diese – verdammt lange, schwierige und nicht immer erfreuliche – Aufgabe so einfach abgeben kann. Dann droht uns eine von Sozialpädagogen und Pädagogen zurechtgeformte Generation – und da brauche ich mir nur unsere „Profis“ ansehen, die meist gar keine eigenen Kinder haben – DAS möchte ich erst Recht nicht erleben.


Und Mino, ich war schon kurz davor, zu erwähnen, dass dein Forum kürzlich fast zerstört wurde, nur weil über ein vergangenheitsorientiertes Thema diskutiert wurde. Die gängige Logikkette scheint dabei zu sein: Wer diskutiert, hinterfragt. Wer hinterfragt, zweifelt. Wer zweifelt, kehrt die Wahrheit um. Wer die Wahrheit umkehrt, gehört automatisch in die rechte Ecke. Ich hoffe nicht, dass ich mit meinem Beitrag das Forum jetzt in diese gerückt habe, war mir aber ziemlich sicher, dass das Niveau hier eine nüchterne Auseinandersetzung zulassen würde.

Grundsätzlich halte ich einen Menschen, der sich selbst seine Gedanken macht, für harmloser, als jemanden, der vorgefertigte Meinungen übernimmt. Natürlich wäre es für Parteien, Religionen oder sonstige geistige Führer übel, wenn eigenständiges Denken Schule machen würde. Und die im Kern verborgenen Ideen sind ja oftmals auch richtig. Aber im Grunde ist das doch wie beim neu gekauften Oberhemd: Um an die eigentlichen Werte heranzukommen, musst du erst haufenweise Verpackung entfernen und die ganzen piksenden Nadeln herausziehen. Da ziehe ich mir doch auch nur das Hemd selbst an und schmeiße den Müll weg.
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Anmeldungsdatum: 14.09.2007
Beiträge: 35

BeitragVerfasst am: 14.09.2007, 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Stefan schrieb:
Jedoch scheinen mir reine staatlichen Maßnahmen, die auf Fremderziehung usw. abzielen, auch nicht die Lösung. Damit würde man zwar sicher den Kindern, die zu Hause ohnehin keine Erziehung genießen, eine ermöglichen. Im Gegenzug würde aber garantiert die Aufzuchtmotivation der anderen weiter deutlich sinken, wenn man diese – verdammt lange, schwierige und nicht immer erfreuliche – Aufgabe so einfach abgeben kann. Dann droht uns eine von Sozialpädagogen und Pädagogen zurechtgeformte Generation – und da brauche ich mir nur unsere „Profis“ ansehen, die meist gar keine eigenen Kinder haben – DAS möchte ich erst Recht nicht erleben.

Völlig richtig, Stefan, eine alleinige, staatlich verordnete ausschließlich externe Betreuung bringt überhaupt nix und führt vielleicht zu gut ernährten Kindern, denen seelische Bindungen und Herzenswärme jedoch fremd bleiben.
Es müssen mehrere Mechanismen greifen.
Anstelle dessen werden gerade in sozialen Brennpunkten Stellen für Streetworker gestrichen, Personal in Jugendämtern ausgedünnt und Betreuungsangebote für Jugendliche in Freizeitheimen minimiert - von Streichungen im vorschulischen und schulischen Bereich ganz zu schweigen. Auch die Kirchen aller Konfessionen machen sich eher für das "ungeborene" Leben stark. "Soziales Lernen" in der Schule? Fehlanzeige,abfragbares Wissen, das nichts, aber auch gar nichts fürs reale Leben bringt, wird gelehrt.
Hier läge (wieder mein Lieblingsbeispiel Schweden) schon die erste Möglichkeit, Kinder und Jugendliche aufs reale Leben vorzubereiten. Und das ist wahrlich keine Utopie.
Erziehung, Kinderpflege, Haushaltsunterricht, Sport, etc. wären wichtige Fächer, die schon jungen Menschen eine gewisse "soziale Hygiene" beibringen könnte.
Wäre es nicht besser, Jugendliche auf die Familien- und Erziehungsaufgabe vorzubereiten? Würde das vielleicht viele dieser Fälle "überforderter" Eltern verhindern?

Alle möglichen Berufe erfordern eine dreijährige Lehrzeit, zum Führen verschiedener Fahrzeuge benötigt man entsprechende Ausbildungen und Prüfungen - aber Kinder dürfen wir nach eigenem Gusto in die Welt setzen, gebrauchen, missbrauchen, verziehen, zerschlagen, verhungern oder verwahrlosen lassen. Die Fälle, die (hinterher) bekannt werden, sind nur die Spitze des Eisberges.

Und nur da setzt meine Kritik - aber natürlich auch meine Ohnmacht - an. Es muss etwas verändert werden, damit alle kleinen Wesen eine möglichst gleiche Chance auf ein lebenswertes Leben bekommen.
Dabei stielt sich unser Staat aus der Verantwortung!

Und die Rechtsradikalen? Die gründen einen "Jugendverein" nach dem nächsten, in denen junge Menschen ein Wir-Gefühl entwickeln können und Aufmerksamkeit und "Fürsorge", trotz der harten Ausbildung kennen lernen.

_________________
Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.
(Albert Einstein)
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Minotaurus
Gast







BeitragVerfasst am: 14.09.2007, 19:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stefan,

nun, "fast zerstört" ist sicher etwas dramatisch ausgedrückt, wobei ich aber zugeben muß, daß uns der plötzliche Verlust von gleich drei aktiven Mitgliedern und eines unserer besten Moderatoren schon ziemlich zurückgeworfen hat. Crying or Very sad
Aber das war gestern, the Show must go on! Shocked Shocked Shocked

Was mir an Deiner Logikkette nicht gefällt, ist folgendes: Du schreibst: "Wer zweifelt, kehrt die Wahrheit um."
Nun, Wahrheit http://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheit ist ein sehr relativer Begriff und ich halte mich ebenfalls für einen Zweifler, der vieles in Frage stellt, auch mich selbst. Aber ich kehre keineswegs das um, was man im Allgemeinen für "Die Wahrheit" hält.
Ganz im Gegenteil: Ich zerpflücke sie und hinterfrage sie, denn nur dadurch erhält sie für mich einen Wert. Das gilt sowohl in privater und politischer, als auch in religiöser Hinsicht. Nicht umsonst würde ich mich für einen bekennenden Atheisten mit liberaler Grundeinstellung halten, jedoch ohne diesen Begriff mit einer blau-gelben Partei oder gar mit einem Parteibuch zu verbinden.
Niemand ist im Besitz der Wahrheit, kein Mensch, keine Religion und keine Partei. Und da ich weder "die Wahrheit umdrehe", noch mich in irgendeiner Ecke (schon gar nicht in der rechten) zuhause fühle, kann ich Deine Logikkette nicht ganz nachvollziehen.
Zumindest freut es mich, daß Du mich für "harmlos" hältst, obwohl ich auch dafür meine Hand nicht ins Feuer legen würde. Twisted Evil

Die alten Griechen und auch die Römer waren uns in Bezug auf Wahrheit vermutlich einen entscheidenden Schritt voraus, denn echte Wahrheit liegt bekanntlich nur im Wein. Wink
In diesem Sinne: "En oinō alētheia", wie Alkaios sagen würde oder "In vino veritas" nach Plinius, dem Älteren.
Oder "Prost, Herr Nachbar!" Prost wie man bei uns in Bayern sagt.

Bayrische Grüße vom Mino. king



Übrigens: Was den Sinn oder Unsinn von staatlichen Erziehungsanstalten angeht, so sehe ich solche Entwicklung mit sehr kritischen Augen.
Ähnliche Einrichtungen gab es bereits im Dritten Reich, in der Ex-DDR, in China und anderswo auf der Welt. Die "Erfolge" sind bekannt.
Erziehung sollte etwas über eine elementare Grundversorgung hinausgehen, zumindest meiner Meinung nach.
Alles Andere ist nur Futter für extreme Ideologien und letztendlich für eine (erwünschte?) Gleichschaltung junger Menschen. Die Individualität bleibt dabei auf der Strecke.
Vielleicht ist ein unzulängliches und chaotisches Elternhaus immer noch besser als eine staatliche Erziehungsanstalt?
Auch darüber darf einmal kurz nachgedacht werden.

Chaotische Grüße vom Mino.


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BeitragVerfasst am: 15.09.2007, 15:08    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht habe ich mich nicht deutlich genug artikuliert - oder Du, Minotaurus hast meine Ausführungen nicht verstanden?

Ich schrieb:
Ich finde auch, dass eine "Mutter" ihr Kind in den ersten Jahren nicht abgeben sollte, wenn Wille und die Liebe zur "Aufzucht" vorhanden sind, um es mal schlicht zu formulieren. Euren Argumenten schließe ich mich vorbehaltlos an. Denn das ist der beste Weg, um den Kleinen Beständigkeit und Kompetenz in sozialen Beziehungen mit auf den Weg zu geben. Aber da dies bei vielen Familien nicht mehr gewährleistet ist und die Kinder seelisch, geistig und körperlich verarmen, gehört es in die Hände des Staates, Möglichkeiten zu schaffen, diese Kleinen im gewissen Maß vor ihren Eltern zu "schützen" und die Förderung zu übernehmen! Und damit meine ich ausdrücklich nicht die Systeme der politischen "Schulung" in sozialistischen Staaten, sondern mache das am Beispiel Schweden fest!!! Und in einem weiteren Beitrag:

... eine alleinige, staatlich verordnete ausschließlich externe Betreuung bringt überhaupt nix und führt vielleicht zu gut ernährten Kindern, denen seelische Bindungen und Herzenswärme jedoch fremd bleiben.
Es müssen mehrere Mechanismen greifen.

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BeitragVerfasst am: 15.09.2007, 17:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hinke den Beiträgen etwas hinterher, weil ich gestern und heute nicht dazu gekommen bin, an einem Stück zu antworten. So muss ich jetzt meine Gedanken aus zwei Tagen irgendwie (zu)ordnen.

Cloud schrieb:
Zitat:
Und so lange, wie die nachwachsende Generation aus sozial schwachen (oder auch drastischer, aus verkommenen Lebensgemeinschaften) keine Chance haben, im normalen Schulalltag sozial inegriert zu werden (kostenlose Schulmaterialien bis hin zur Grundausstattung) ... Die nächste "Sozialhilfegeneration" ist vorprogrammiert. Und da die Schere zwischen armen und reichen Menschen immer mehr auseinanderdriftet, werden Beschaffungskriminalität, Drogenkonsum und andere Delikte in Zukunft einen wesentlich größeren Raum einnehmen, als wir es uns heute vorstellen können.


Was heißt es eigentlich, sozial schwach zu sein? Ich will nicht bestreiten, dass es schwer ist, dem Konsumrausch der "normalen" Bevölkerung zu entsagen. Es ist sehr schwer und für Kinder sicher mit viel Schmerz und Leid verbunden. Trotzdem wage ich die These, dass es doch machbar sein muss, seine Selbstachtung auch ohne bezahlte Arbeit zu erhalten. Und wenn man das als Erwachsener schafft, dann kann man das auch Kinder vermitteln.

Ich hoffe, ich verstehe ungefähr, was du meinst, Cloud. Es ist traurig, wenn man sieht, wie sehr manche Menschen davon abhängig sind, sich Auto, Urlaub und wöchentlich neue Klamotten leisten zu können. Und es ist noch schlimmer zu sehen, wenn ein Menschenleben, eine Seele daran zerbricht (Stichwort Alkohol etc.).
Deine Aussage
Zitat:
Nehmen wir nur mal die Familien aus sozialen Brennpunkten, die ein Kind nach dem nächsten in die Welt setzen, ihr Leben qualmend und oft verbunden mit Alkoholproblemen tagein, tagaus vor Fernsehern verdösen, deren Kinder nichts anderes vorgelebt bekommen, als Langeweile, Suff und Schlimmeres.
Statt Mittagessen, Weißmehltoast mit irgendwas, statt Bewegung Glotzofon, statt geistiger Anregung Computerdaddelei und seelische Vereinsamung.
ist pauschalisiert und voll mit Vorurteilen, das ist dir doch sicher klar, oder? Wink Dummerweise ist das genau das Bild, was in den Köpfen vieler Menschen wirklich genau so existiert, die Medien sorgen ja schließlich dafür.

Eigentlich ist für mich die Frage, was genau muss sich ändern? Die Gesellschaft, die Politik, äußere Umstände oder jeder einzelne? Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Politik etwas an diesen Umständen ändert. Immerhin ist doch der Aufschwung da, also läuft doch alles richtig, in den politischen Augen. Außerdem glaube ich ehrlich gesagt nicht, dass es damit getan ist. Man kann eine Krankheit nicht damit heilen, dass man die Schmerzen vermindert, man macht es erträglicher, aber zur Heilung gehört, dass man die Ursache erkennt und behebt. Die Ursache wiederum ist m. E. nicht der Mangel an sozialen Angeboten oder Hilfen für Bedürftige. Das ist wie in Afrika, wo Schulen gebaut werden und die Leute trotzdem noch verhungern. Aber das ist schon wieder ein Thema für sich. Smile

Mal ehrlich, eine sogeannte sozial schwache Familie sieht doch wahrscheinlich so aus, dass die Eltern zuhause sind. Wieso sollten diese Kinder eine Ganztagsbetreuung kriegen? Für mich völlig unlogisch. Die Eltern sollten die Möglichkeit haben, ihre Kinder zu betreuen, immerhin haben sie die Zeit dazu. Der Ruf nach dem Staat (auch nur ein leiser) ist für mich immer mit einem dicken Fragezeichen verbunden, ich bin da sehr skeptisch und mir gehen ehrlich gesagt die Nackenhaare hoch, auch wenn das in Schweden zu funktionieren scheint.

Das wahrscheinlich im Raum schwebende Argument, dass die sozial schwachen Eltern ja schließlich nicht in der Lage zu sein scheinen, ihre Kinder zu betreuen (mal wieder Stichwort Alkohol und Volksverdummungsmaschine, auch TV genannt), findet in meiner Idee keinen Platz, weil immer frage: Warum? Woran liegt es, dass manche Eltern sich so hängen lassen? Daran, dass sie keine vernünftig bezahlte Arbeit haben, dass sie deswegen verzweifeln und jede Perspektive verlieren? Man könnte vielleicht politisch ändern, dass die Menschen keine angemessen bezahlte Arbeit haben; Stichwort Mindestlöhne, die aber auch immer wieder gut ausgehebelt werden, wie es in der Reinungsbranche gemacht wird: Mindeststundenlohn wird ersetzt durch Bezahlung pro gesäubertem Zimmer oder bei den Briefzustellern wird eben pro Brief bezahlt. Nette Idee, aber die Wirtschaft war schlauer.

Warum also nicht auch mal versuchen, die Konsumgesellschaft zu ändern? Das Konsumverhalten vieler Leute ist mir inzwischen fremd. Ich habe es selber lernen müssen, wie es ist, nicht einfach mal eine neue Hose kaufen zu können oder eine neue Kaffeemaschine, wenn die alte kaputt ist. Kleine Beträge, aber selbst die sind halt nicht immer vorrätig. Aber was ist so schlimm daran? Ich hab die Zeit, mein Kaffeewasser im Wasserkocher (solange der noch funkioniert und wenn nicht mehr, dann halt auf der Herdplatte) warm zu machen und ich hab gelernt, ein Loch in einer Hose einigermaßen zu flicken. Warum also verzweifeln andere Menschen an der Situation, in der ich seit Jahren schon glücklich lebe? Okay, ich gebe zu, ich habe keine Kinder, die ich durchboxen muss. Ich gestehe auch, dass das sicher viel schwieriger ist, allein wegen Schule und dem Gruppendruck was Klamotten angeht. Trotzdem bleibt mein Grundgedanke, weil es auch genug Menschen ohne Kinder gibt, die sich als Harz-4-Opfer sehen, sich hängen lassen und benehmen als wären sie nichts mehr wert. Wie gesagt, ich sehe ein, dass Kinder ein schwierigeres Thema sind, aber ich sehe nicht ein, dass es unmöglich sein soll, wenn man sich im Konsumverhalten und im ganzen Denken ein bisschen am Riemen reißt.

Stefan schrieb:
Zitat:
... und da brauche ich mir nur unsere „Profis“ ansehen, die meist gar keine eigenen Kinder haben ...

Oh, Stefan, ich kenne "Profis" mit eigenen Kindern und glaub mir, diese Kinder will ich nicht geschenkt haben, nicht einmal für eine Stunde. Gruselig! Ich glaube, die Profis ohne eigene Zucht sind da noch relativ harmlos gegen. Wink

Und jetzt noch etwas frisch aus dem Nachrichtensumpf und passend zum ursprünglichen Thema: Jetzt wird man schon angemosert, wenn man auch nur ein Wort aus dem Sprachgebrauch der 1930er Jahre benutzt. Ich hörte gerade erst, dass ein Kardinal (ist mir entfallen, wer genau) kritisiert wurde, weil er meinte Kultur und/oder Kunst "würde entarten", wenn sie sich zu sehr von Gott entfernt(so ungefähr, wie gesagt, gerade nebenher aufgeschnappt). Jedenfalls fiel der Begriff "entarten" und die Kritik ging halt in die Richtung, dass man das doch nicht sagen dürfte, weil der Begriff gerade im Zusammenhang mit Kunst ja zu einem ganz bestimmten Sprachgebrauch gehören würde. Man kann ja über die Ansichten eines Kirchenmannes geteilter Meinung sein, aber dass man jetzt schon einzelne Wörter nicht mehr benutzen darf ... Ist doch wohl langsam ein bisschen zu viel des Guten, oder? *grummel*

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Liebe Grüße
Ruth
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