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Sinn und Unsinn von Literatur? vormals: spam and more

 
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Minotaurus
Gast







BeitragVerfasst am: 29.08.2007, 17:32    Titel: Sinn und Unsinn von Literatur? vormals: spam and more Antworten mit Zitat

***Admin-Anmerkung: Dieser Thread ist entstanden aus der Diskussion, die vormals unter "spam and more" http://autorennetz.kostenlose-foren.org/spam-and-more-t395.html geführt wurde. Da das Thema an sich einen eigenen Thread verdient hat, habe ich die nette Unterhaltung hierher verschoben. ***




Erich Schanda hat Folgendes geschrieben:
Um arrogant zu sein, bedarf es zunächst einer Leistung.

Hierbei möchte ich dem lieben Erich gerne ganz, ganz leise widersprechen. Embarassed Ein kurzer Blick in den internen Bereich seines Forums genügt, um zu der Erkenntnis zu gelangen, daß Arroganz auch völlig ohne Leistung möglich zu sein scheint. Wink

Peter_T hat Folgendes geschrieben:
Ich kenne Erich, hab auch ein Buch gelesen, dass er bei Engelsdorfer rausgebracht hat. Hab `n Zeit mit E. kommuniziert, aber es dann abgebrochen. Bei den jungenautoren.de, hat er schon mal einen hilfesuchenden Jungautor geantwortet, dass es eine Frechheit sei, solchen Text einzustellen.
E. ist ein unausgeglichener Querulant, der über alles herfällt. Konstruktivität ist nicht zu erwarten und Hilfe schon gar nicht.
PvO

Shocked Shocked Shocked Eine interessante Einschätzung, der man fast nichts mehr hinzufügen kann, um ein noch deutlicheres Persönlichkeitsbild von E. zu erhalten. thumup Laughing
Einige prägnante und beeindruckende Beispiele dazu hat er ja selbst bereits geliefert (siehe Vordiskussionen).

Nun, ich hatte ebenfalls schon mal das zweifelhafte "Vergnügen" mit diesem vituosen Selbstdarsteller und wer mehr über ihn erfahren möchte, der braucht sich nur mal auf seiner "Eliteplattform" zu registrieren - falls - ja, falls er denn überhaupt für "würdig" befunden wird, im Kreise dieser Auserlesenen seine Stimme zu erheben.

Viel Vergnügen dabei wünscht euch der Mino! king Very Happy





Ach ja, - fast vergessen. Idea Rolling Eyes
Hier noch ein kleiner Erfahrungsbericht über diverse "Literaturforen" dieser Art:
http://www.razyboard.com/system/morethread-wozudientdieliteratur-kunst_werk-1547405-4724293-0.html

Diese Erfahrungen und Erkenntnise sind zwar bereits wesentlich älter als Erichs Forum, können aber völlig problemlos auch dorthin transferiert werden. Garantiert!
Ich würde so etwas natürlich niemals machen, darauf mein Ehrenwort als Satiriker! Twisted Evil *jedenmeineidschwör*
Nein, Erich selbst hatte das vor Kurzem veranlaßt! Mit durchschlagendem Erfolg. Wink
Die Mitglieder seines "Eliteforums" (bzw. dessen "Innerer Zirkel") beschäftigen sich noch heute damit, sich gegenseitig im Spiegel zu betrachten. Laughing Mr. Green Mr. Green *hahahahaha!*

Noch mehr Vergnügen wünscht euch ebenfalls der Mino! Mr. Green totlach


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Worte, Worte, nichts als Worte!
Dazwischen manchmal ein Gedanke.
(Marcel Reich-Ranicki)
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Eva
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Anmeldungsdatum: 04.07.2005
Beiträge: 587
Wohnort: Aachen

BeitragVerfasst am: 01.09.2007, 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

...vielleicht gibt es ja doch jemanden wie mich, der diesen Link mal anklickt und den Artikel von Mino liest, ich finde ihn nämlich sehr lesenswert und möchte dazu Stellung nehmen:
zum Ersten finde ich die Frage an sich, "wozu Literatur überhaupt dient", sehr spannend und alle dazu von Mino erstellten Fragen sind richtig und haben ihre Berechtigung. Am Besten gefiel mir der Gedanke, dass man meinen könnte, in Foren oder Plattformen "entstünde Literatur". Ich glaube wir alle gefallen uns bei dem Gedanken, bei der Entstehung derselben anwesend uns höchst beitragend zu sein. Das nährt doch das Ego. Der feste Kern einer Gruppe eines Forums hält zusammen, hält aber insgesamt wenig Kritik aus.

Auch in unserer Gruppe hat sich der ein oder andere schon wegen geringster Kritik schlichtweg zurückgezogen. Fragt man sich: was genau will der Einzelne denn eigentlich hier? Vielleicht will man sich ja auch nur ein wenig die Zeit vertreiben?

Spannend wird es dann , wenn Mino den Vergleich anbringt mit den "Affen im Affenstall" und den kleinen Ringkämpfchen untereinander.
Hier möchte ich mal mit eigenen Gedanken einhaken:das Selbstverständtnis von Frau und Mann ist in unserer Gesellschaft ja stark im Wandel begriffen. Jüngst machte man sich auf meiner Arbeit darüber lustig, dass ein männlicher Kollege nun in Mutterschafturlaub gehen wird. Männerbilder stehen Kopf. Die Frau arbeitet, der Mann ist plötzlich Hausmann.

Könnte es sein, dass all diese kleinen ausgefochtenen Kämpfe stellvertretend sind für die Kämpfe, die man im richtigen Leben nicht mehr ausagieren kann?

Zuletzt möchte ich die Frage "wozu Literatur eigentlich dient" noch für mich selbst beantworten:
Literatur verschafft mir einerseits Einsichten, sie lehrt mich, die Welt zu verstehen und damit auch mich in ihr. Andererseits kann ich mit Literatur auch wegträumen, einen Raum schaffen, den es hier nicht gibt, eine Ruhestätte und einen Fluchtpunkt.

Lesenswert ist übrigens auch die erste Antwort, die Mino in seinem Forum von "Andreas" erhielt und über die ich sehr gelacht und dennoch nachgedacht habe. Will aber nicht alles verraten...seht selbst.

Grüße Eva

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Lettra
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Anmeldungsdatum: 20.06.2005
Beiträge: 286
Wohnort: Gescher/Münsterland

BeitragVerfasst am: 02.09.2007, 11:11    Titel: Antworten mit Zitat

Der Affenkäfig ist wirklich ein sehr netter Vergleich. (Wobei ich mich frage, ob den Affen das so recht ist ... Laughing)
Überhaupt ist tierisches Verhalten dem des Menschen doch sehr ähnlich. Ich frage mich allerdings, ob die Aussage aus Minos Forum
Zitat:
Natürlich sind diese Verhaltensmuster beim Menschen wesentlich feiner und differenzierter als bei Primaten
überhaupt stimmt. Sicher ist es ein bisschen anders, aber differenzierter ... ? Naja, ich bin mir da nicht immer so sicher. Wink

Zitat:
Könnte es sein, dass all diese kleinen ausgefochtenen Kämpfe stellvertretend sind für die Kämpfe, die man im richtigen Leben nicht mehr ausagieren kann?

Dass menschliche Männchen und Weibchen ihre Rollenverteilung überdenken und ändern, ist m. E. nur ein Teil des Aspektes. Der Satz hat bei mir keine neue, aber dazu passende Frage aufgeworfen: Ob die ganze Gewaltpalette, die wir in unserer Gesellschaft finden, nicht aus ganz archaischen (überlebensnotwenigen) Verhaltensmustern stammt, die in der modernen Gesellschaft nicht mehr ausgelebt werden können bzw. gar nicht mehr notwendig sind? Ich rede nicht nur von den "kleinen" Kämpfen, obwohl das auch dazu gehören würde. Ich denke aber auch an massivere Probleme, auch Verhaltensweisen, die gemeinhin als Verbrechen gelten.
Vielleicht ist es doch nicht ganz von der Hand zu weisen, dass unsere Verhaltensmuster - nicht ausschließlich, aber doch auch - genetisch bedingt sind, sowas wie ein genetisches Gedächtnis aus grauer Vorzeit.

Mit dieser Theorie hab ich mir jedenfalls schon so manches Verhalten (auch das eigene) erklärt. Damit will ich menschliche Verhaltensweisen nicht rechtfertigen oder entschuldigen, aber ich versuche, sie zu verstehen, selbst die, die die meisten Leute gar nicht wahrhaben, geschweige denn verstehen wollen.

Und hier krieg ich wenigstens den Bogen, um (einen) Sinn von Literatur für mich zu erkennen: Ich versuche, mit Hilfe von Literatur andere Sichtweisen zu verstehen, andere Perspektiven als meine eigene einzunehmen und wenn ich selber etwas schreibe, kann ich meine Perspektive (mein Weltbild, das meines Erachtens automatisch in eine Geschichte einfließt) vertiefen und im besten Fall hinterfragen.

Ganz schön vom ursprünglichen Thema des Threads abgewichen, diese Diskussion. Aber genau das macht schließlich Spaß in so einem Forum, gelle?Wink

Wenn das so weitergeht, sollte man dafür vielleicht ein eigenes Thema eröffnen?

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Ruth
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Eva
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Anmeldungsdatum: 04.07.2005
Beiträge: 587
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BeitragVerfasst am: 02.09.2007, 14:35    Titel: Antworten mit Zitat

..ich hatte den "Bayer" schon gebeten, doch den ganzen Artikel hier herein zu kopieren - in der Tat hätte dies eines eigenen Threads bedurft - er hat aber partout abgelehnt, leider...

jetzt wundere ich mich auch nicht mehr, dass ich beim ersten Anlauf den Link nicht mehr fand, um etwas dazu zu schreiben und Mino um Hilfe bitten musste. Unter "spam aund more" vermutet man sicherlich anderes.

Ruth, deine Ausführungen jagen mir einen kleinen Schauder über den Rücken. Würden statistisch gesehen Gewaltverbrechen in ganz Deutschlad zurück gehen, wenn wir wieder in unsere gute alte Höhle zurückgingen und die Männer wieder auf die Jagd schickten?

Fakt ist, es gibt viele "verbale Gewalttäter", viele davon im Netz.

Für mich ist es wichtig mich mit Dingen zu umgeben, die positiv für mich sind, dazu zählt auch "ausgewählte Literatur".
Und vielleicht würde etwas mehr sportliche Betätigung den einen oder anderen schon etwas milder stimmen.

Eine neue Frage wirft sich mir auf: was alles kann Literatur?
Kann Literatur z.B. wirklich die Welt verändern?

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Lettra
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BeitragVerfasst am: 02.09.2007, 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

Schnelle Antwort, Eva:
Zitat:
Würden statistisch gesehen Gewaltverbrechen in ganz Deutschlad zurück gehen, wenn wir wieder in unsere gute alte Höhle zurückgingen und die Männer wieder auf die Jagd schickten?

Meiner Meinung nach: Ja! Davon bin ich fest überzeugt.

Allerdingsh ich bin kein Fan davon, alle wieder zurück in die Höhlen zu schicken oder gar auf die Bäume. Ich hätte in dem Fall auch selber ziemlich bescheidene Überlebenschancen.
Trotzdem glaube ich - da ich kein Wissenschaftler bin, berufe ich mich auf "glauben" - dass allein der Gedanke, etwas bewirkt.

Womit ich gleich bei der Frage bin, ob Literatur "vielleicht/ sogar/wirklich" die Welt verändern kann. Very Happy Jeder Gedanke verändert etwas und jedes Wort sowieso. Somit ist deine Frage, Eva, für mich eindeutig mit "ja" zu beantworten.

Ob Literatur ganze Weltbilder verändern kann (Evolutionstheorie, Bibel, Koran, Relativitätstheorie etc. wurden schließlich auch be-/geschrieben und haben Einzug in die Literatur gehalten), ob es Systeme (besonders politische) verändert oder einzelne Menschen, hängt von der Verbreitung ab. Aber immer ändert sich etwas und wenn es "nur" ein Gedanke einer einzigen Person ist. Und wenn diese einzelne Person (ob Leser oder Schreiber) wiederum auf weitere Personen trifft und Meinungen austauscht ... spinn einfach selber weiter. Wink
Das hat ein bisschen etwas von der Chaostheorie, ein Schmetterling über Asien, der einen Wirbelsturm über Amerika auslöst ... Aspekte der Chaostheorie scheinen vor allem im sehr komplexen Systemen (und das ist die Menschheit, wenn man sie als System sehen will) immer wieder gut zu funktionieren.

Ich muss wohl wirklich nachher mal ein neues Thema eröffnen ...

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Eva
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BeitragVerfasst am: 03.09.2007, 06:35    Titel: Antworten mit Zitat

Die Gewaltdiskussion stelle ich mal ein wenig in den Hintergrund - ich möchte nämlich nicht mit dir zusammen auf einem Scheiterhaufen landen , den Alice Sch. persönlich anzündet. Laughing

Aber haften geblieben in meinem Kopf ist die Frage, "ob Literatur die Welt verändern kann" und da meine ich jetzt nicht die grundsätzliche Diskussion ob schon ein Wort in China einen Sack Reis umwirft, sondern ich dachte eher an Philosophen, Aufklärer, Poeten, Politiker etc.

Es gibt einige Bücher, die mich sehr aufgewühlt haben und über die ich lange nachgedacht habe, aber ob sie "meine Welt oder meine Weltbild verändert haben", darüber muss ich noch weiter nachdenken.

LG Eva

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Lettra
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Wohnort: Gescher/Münsterland

BeitragVerfasst am: 03.09.2007, 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Immerhin haben sie dich zum Nachdenken gebracht. Ist das allein nicht schon eine Veränderung, die es ohne diese Bücher nicht gäbe? Wink

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Stefan
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Anmeldungsdatum: 05.08.2005
Beiträge: 247
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BeitragVerfasst am: 04.09.2007, 07:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich stelle doch selbst schon bei meinen kleinen Glossen fest, dass man etwas bewirken kann. Man bietet vielleicht einfach mal andere Blickperspektiven an. Im Idealfall denken die Leute tatsächlich anschließend mal drüber nach. Jedenfalls habe ich schon häufig die Bemerkung gehört: „Im Grunde haben Sie ja Recht damit.“
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Minotaurus
Gast







BeitragVerfasst am: 08.10.2007, 09:15    Titel: Antworten mit Zitat

Stefan hat Folgendes geschrieben:
Ich stelle doch selbst schon bei meinen kleinen Glossen fest, dass man etwas bewirken kann. Man bietet vielleicht einfach mal andere Blickperspektiven an. Im Idealfall denken die Leute tatsächlich anschließend mal drüber nach. Jedenfalls habe ich schon häufig die Bemerkung gehört: „Im Grunde haben Sie ja Recht damit.“

Es wäre tatsächlich zu wünschen, daß die Leute nicht nur ein wenig schmunzeln und dann wieder zur Tagesordnung übergehen würden, sondern sich ein paaar eigene Gedanken machen würden.

Der Sinn von Literatur und deren Macher kann sehr wohl darin liegen, die Leute aus ihrer Lethargie wachzurütteln. Ob uns das immer gelingt, das sei einmal dahingestellt. Rolling Eyes
Dabei geht es oft um wesentlich mehr als nur um kleine Glossen, bzw. oberflächlichen Humor auf irgendwelchen Hausfrauenveranstaltungen oder Stammtischen.

Kuckstu hier: Shocked
http://www.razyboard.com/system/morethread-stopptschaeubleunddievorratsdatenspeicherung-kunst_werk-1345919-4836176-0.html

Erweckende Grüße vom Mino. king


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